Tatort Oper: „Die verkaufte Braut“

Perret    18. Februar 2017
TatortOper

Foto: C. Kaminski

Die Neuauflage der Oper „Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana sahen wir im Rahmen der AG Tatort Oper am 11. Januar 2017 im Opernhaus Hannover. Die in drei Akten erzählte Geschichte von einer arrangierten Ehe, die mit vielen Komplikationen und einer Live-Fernsehshow verbunden ist, wird von der Staatsoper Hannover modern inszeniert und spiegelt so in machen Punkten Elemente aus dem wirklichen Leben wieder. Ein solches Stück als Fernsehshow mit Publikumsbeteiligung umzusetzen, war eine Idee, die vor allem jüngere Menschen begeisterte.

Die auffällig langen Dialoge waren für eine Oper ungewöhnlich, sorgten aber für ein durchgehend gutes Verständnis der Handlungsstränge. Die Kameras, die die Aktionen der Schauspieler auf die große Leinwand projizierten, waren ebenso ein netter Einfall, obwohl es bei dem rasanten Erzähltempo nicht immer gelang, den Bildern im Hintergrund, die wie eine Castingshow der fiktiven Sendung „Topf sucht Deckel“ aufgezogen waren, zu folgen. Zudem gingen die sonst verständlichen Stimmen der Sängerinnen und Sänger unter und man musste ziemlich genau zuhören, da die Singenden anscheinend nicht ihr gesamtes Stimmvolumen nutzten. Zum Orchester ist zu sagen, dass es wie zuvor bereits in anderen Stücken die Handlungen mit ihren Melodien wunderbar unterstützte und eine unvergleichbare Atmosphäre für den Zuschauer kreierte. Die im Stück von „prolocal“ vorgestellten Vereine waren die Besonderheit, die dieses Stück auszeichneten und zu unserem Lieblingsstück machten. Sie spiegelten in fiktiven Vereinen wie dem „Tanzverein Altwarmbüchen“ oder „Linden Travestie“ das wirkliche Kulturleben der Region Hannover wieder und begeisterten durch tolle Kostümierung. So gab es beispielsweise ein Bärenmaskottchen, das für den Tierschutzverein auf der Bühne stand oder Radsportleroutfits inklusive Fahrrädern für den Radsportverein. Der Höhepunkt bestand schließlich darin, dass man in der Pause die einzelnen Vereine verteilt im Opernhaus besuchen und Aktionen und Fotos mit ihnen machen konnte. So bekamen wir unter anderem die Gelegenheit, unseren Lehrer mit dem Bewegungschor der Staatsoper beim Polkatanzen zuzusehen. Jedoch konnten wir als Gruppe des Gymnasiums Isernhagen erstaunlich wenige Personen aus dem Tanzverein Altwarmbüchen (Bewegungschor) oder der Narrengruppe Isernhagen identifizieren ;). Dieser Teil des Abends sorgte schließlich dafür, dass man im 2. Teil der Oper viel mehr als sonst versuchte, die einzelnen Schauspieler_innen und Sänger_innen aus den Pausenbegegnungen wiederzufinden.

Insgesamt war es eine sehr positiv überzeugende Oper, die man auf jeden Fall gesehen haben sollte, allein um deen ungewöhnlichen Charakter der Inszenierung zu erleben.

Text: J. Wicke und V. Volmer

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