Besuch im Grenzdurchgangslager Friedland, dem ,,Tor zur Freiheit“

Perret    4. April 2017

Im Museum Friedland – hier das Karteikarten-Suchsystem, mit dem nach vermissten Angehörigen geforscht wurde. Foto: I. Perret

Im Rahmen des Semesterthemas Flucht und Vertreibung unternahm der Geschichtsgrundkurs von Frau Perret am 30.03.2017 eine Exkursion in das Grenzdurchgangslager Friedland, nahe Göttingen.

1,3 Millionen Menschen kamen alleine in den ersten drei Jahren nach der Gründung 1945 durch die Alliierten hier an. Sie waren Vertriebene, Flüchtlinge, Heimkehrer – Heimatlose, auf der Suche nach Sicherheit und Perspektive. Der Großteil von ihnen war ausgezehrt und erschöpft von der Reise quer durch das in Trümmern liegende Europa oder von langen Jahren in der Kriegsgefangenschaft. Das Grenzdurchgangslager liegt nahe des Drei-Länder-Ecks, an dem die Bundesländer Niedersachsen, Thüringen und Hessen zusammentreffen – damals die Zonen dreier Alliierter, nämlich die britische, sowjetische und amerikanische Zone. Bis heute wird das Lager für ankommende Aussiedler und Flüchtlinge genutzt. Im Grenzdurchgangslager, das das Land Niedersachsen betreibt, wurden etwa 4 000 000 Menschen registriert und auf ganz Deutschland verteilt.

Erst 2016 wurde das Museum Friedland direkt im Bahnhofsgebäude eröffnet. Es bietet einen Überblick über die Geschichte des Grenzdurchgangslagers von seiner Gründung bis heute anhand vieler Dokumente, Fotografien, Gegenstände und Zeitzeugenberichten. Nachdem die Gruppe ausreichend Zeit hatte, sich selbständig in der Ausstellung umzusehen, wurden wir durch das Lager geführt. Abschließend besuchten wir das Heimkehrer-Denkmal, welches 1967 auf einem naheliegenden Hügel errichtet wurde.

Text: L. Köncke
Fotos: I. Perret, K. Magnus

Vor dem Museum, das im Bahnhofsgebäude ist.

Die „Friedland-Glocke“.

Vor einer Nissen-Hütte, in der Nachkriegszeit benutzte Unterkunft.