Peruanische Austauschschüler: Zum Abschied „Kultur pur“

Perret    11. Dezember 2017

Rund drei Monate waren sie in Deutschland und an unserer Schule: Ximena, Lorena, Luciana und Santiago aus Arequipa in Peru.

Sie waren viel herumgekommen in Deutschland. In der letzten Woche ihres Aufenthalts ging es in das nahegelegene und doch bedeutsame Hildesheim. Mit dem Dom und der Michaeliskirche hat die Stadt an der Innerste doch immerhin zwei Stätten, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Zuerst ging es zum Dom, der erst vor wenigen Jahren aus Anlass des 1200-jährigen Jubiläums vollständig renoviert worden war. Besondere Aufmerksamkeit fanden hier nicht nur die großen Kunstwerke aus Bronze – wie das Portal aus dem Jahr 1015 mit seinen 12 biblischen Reliefs –, sondern auch die rätselhafte „Tintenfass-Madonna“: War der Jesus-Knabe auf dem Arm seiner Mutter mit einem Federkiel in der Hand vielleicht eine Mahnung an die Schüler früherer Jahrhunderte, nur ja das Lesen und Schreiben sorgfältig zu erlernen? Niemand weiß es. – Unser Besuch im Dom endete mit einer Mittagsandacht.

Von dort ging es zur Michaeliskirche. Auch diese einzigartig, weil sie eine der wenigen „Simultan-Kirchen“ in Deutschland ist: Während das Kirchenschiff evangelisch ist, ist die Krypta mit dem Grab Bischof Bernward katholisch. Kein Wunder, dass in genau dieser Kirche vor einem dreiviertel Jahr dar zentrale Ökumenische Gottesdienst im Rahmen des Reformationsjubiläums stattfand.

Kultur macht hungrig. Und Kirchen tun es auch. In Abwandlung eines bekannten neutestamentlichen Wortes ist man geneigt zu sagen: „Der Mensch lebt nicht von Kultur und Kirchen allein – sondern auch von … Schmalzkuchen!“ Den gibt es in Peru nämlich nicht. Und so rundete ein Abstecher über den Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz – mit ein paar weiteren Sehenswürdigkeiten – unseren Besuch in Hildesheim ab.

An ihren Gesichtern und der Stimmung merkte man es: Unsere Austauschschüler haben den Tag offenkundig in jeder Hinsicht genossen. – Einen Dankeschön an dieser Stelle an Paula, die als Dolmetscherin Spanisch-Deutsch viel zum Gelingen des Tages beigetragen hat.

Text: J. Tinat; Fotos: M. Hansen