Religionskurse besuchen eine Moschee

Perret    17. Januar 2018

Die beiden Kurse vor der Gebetsnische in der Moschee.

Fast ein halbes Schuljahr lang hatten sich die Religionskurse in Jahrgang 8 bei Frau Perret und Herrn Tinat mit dem Thema „Islam“ beschäftigt. Wie im November schon für die beiden anderen Religionskurse von Frau Lange und Frau Buß ging es am 16.01.2018 nun auch für diese beiden Kurse von der Theorie zur „Praxis“, vom Gespräch über den Islam und Muslime zum Gespräch mit Muslimen in der sunnitischen Camii-Moschee in Stöcken. Dort standen der Imam und ein ehrenamtlicher Helfer und Dolmetscher eine Stunde lang unseren Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort.

Doch vor dem Gespräch kam ein Stück echter Praxis. Moscheen dürfen mit Schuhen nicht betreten werden, und so mussten wir uns am Eingang die Schuhe ausziehen. Anders als manche vermutet hatten, mussten Mädchen allerdings keine Kopfbedeckung anlegen. Erst danach ging es auf Strümpfen in den mit warmen Teppichen ausgelegten Gebetsraum der Moschee. Diese Gebetsstätte wurde in den 1990er Jahren errichtet; die kalligrafische Ausgestaltung mit den Namen Allahs, des Propheten Mohammed und der ersten Kalifen erfolgte durch spezialisierte Künstler. Die Gemeinde bietet auch Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche an. In der Moschee gibt es am Wochenende vier Stunden islamischen Religionsunterricht.

Lange beschäftigte sich unser Gespräch mit dem Thema Beten. Wir erfuhren, dass sich das Freitagsgebet durch eine längere Predigt von den übrigen Gebeten unterscheidet und dass nur Männer am Freitagsgebet in der Moschee teilnehmen. An anderen Gebetszeiten können Frauen auf einer eigenen Empore teilnehmen, sind dazu aber nicht verpflichtet. Die Moscheegemeinde, zu der vor allem türkische und türkischstämmige Muslime gehören, führt ein eher „selbstgenügsames“ Leben: Kontakte zu christlichen Nachbargemeinden oder anderen Moscheegemeinschaften in Hannover gibt es – anders als an anderen Orten – kaum.

Nach so viel Informationen gab es zum Ende noch einen „tiefen Einblick“, nämlich in die Wachräume im Untergeschoss. Bekanntlich sind Muslime verpflichtet, vor jedem Gebet eine rituelle Waschung vorzunehmen. Nach oben zurückgekehrt, hieß es gleich: Wieder in die Schuhe schlüpfen und zurück zur Schule!

Text: J. Tinat
Fotos: I. Perret

Die nach Mekka ausgerichteten Gebetsfelder auf dem Teppich.

Die Gebetsnische mit dem Predigtsitz für den Imam für alle Gebetszeiten (links) und der Treppe mit dem Türmchen, von dem aus der Imam beim Freitagmittag-Gebet spricht.