raumgreifend.theater. erlebnis.anders.spannend.

Perret    16. März 2018

Am 14. und 15. März jeweils um 19 Uhr empfingen deine.theater.ag mit ihrem Leiter Herrn Bigalski-Böhmer 70 gespannte Gäste in der Pausenhalle statt in der Agora. Grund war eine kurze Einführung in die experimentell angelegte Inszenierung verschiedener Episoden – angeregt durch Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“ – in verschiedenen Räumen des Schulgebäudes.

Die Zuschauer wurden dazu eingeladen, in jeweils drei Räumen drei parallel laufende Episoden zu besuchen. Dazu wurde empfohlen, in den Zwischensequenzen den Raum im Uhrzeigersinn zu wechseln, damit man in den Genuss jeder einzelnen Aufführung kommen konnte. Die 24 Schülerinnen und Schüler der AG leiteten jeweils die Wechsel nonverbal auf dem Flur ein, sodass man sich als Zuschauer einfach treiben und auf die besonderen Momente und damit verbundene Stimmung einlassen konnte. Und das war viel in knackigen 75 Minuten Spielzeit: Ob Szenen aus dem Alltag mit und an der curry.buh.de, Rollencasting für die „Physiker“, politische Botschaften, Therapiesitzung ad absurdum bis hin zur Kritik an der Gesellschaft im Umgang mit Mobbing. Der Zuschauer wurde auf interessante, positiv verwirrende, intelligente, charmante, aber auch knallharte und mitunter beklemmende Art und Weise behutsam, unaufdringlich, innovativ durch die einzelnen Episoden, die Räume und somit durch das gesamte Erlebnis geführt.

Wie detailreich diese Zeit auch in Hinblick auf die Gestaltung der einzelne Bühnen, Wände in den Räumen, Fülle der einzelne Szenen bis hin zu den sehr facettenreichen schauspielerischen Leistungen auf hohem Niveau war, konnte man noch nach der Aufführung an sich beobachten: raum.beeindruckte.nach.haltig.viele.gedanken.fragen.

Wenn man dann noch bedenkt, wie wenig Zeit dieses Mal die AG aufgrund der Elternzeit von Herrn Bigalski-Böhmer hatte, kann man nur das Fazit ziehen: Ein riesen Kompliment an alle Beteiligten.

Am Ende gab es Applaus vom Publikum und Rosen vom AG-Leiter für die Darstellerinnen und Darsteller, die an beiden Abenden konzentriert bei der Sache waren.

Text: I. Perret, B. Stüker
Fotos: K. Weissleder