Latein

Latein am Gymnasium Isernhagen

Das Fach Latein wird am Gymnasium Isernhagen von Frau Fuß, Frau Hartlova (Elternzeit), Herrn Kaminski, Frau Kuhn-Elskamp und Herrn Wocken unterrichtet. Latein kann als zweite Fremdsprache ab Klasse 6 gewählt werden.

Aber halt: „Warum sollte ich Latein wählen? Das spricht doch heute keiner mehr!“

Wenn du Latein lernst, trainierst du zugleich deine Muttersprache. Du übst beim Übersetzen von lateinischen Texten, genau hinzusehen, Aufbau und Struktur des lateinischen Satzes zu erkennen und in einen treffenden deutschen Text zu übertragen. Und das klappt selten wörtlich – also wirst du ein bisschen knobeln und über Satzbau und Ausdrücke im Deutschen nachdenken. Auf diese Weise gewinnst du eine hohe sprachliche Ausdrucksfähigkeit im Deutschen.

Wenn du Latein lernst, wird es dir außerdem ein Leben lang leichtfallen, Fremdworte zu verstehen.
Schau dir einmal die folgenden Beispiele an:

Computer – computare (ausrechnen)
Video – videre (sehen)
Demonstration – demonstrare (zeigen)
sozial – socius (der Kamerad)
Addition – addere (hinzufügen)
Multiplikation – multiplicare (vervielfältigen)

Im Lateinunterricht wirst du einiges über Alltagskultur und Geschichte der Römer lernen – und auf deren Ideen beruht vieles, was unser heutiges Leben prägt. Wer mehrere Jahre Lateinunterricht hatte, weiß einiges mehr über die Römer als im Geschichtsunterricht vermittelt werden kann.

Latein wurde aber nicht nur im „Alten Rom“ gesprochen – das ganze Mittelalter hindurch war Latein die Sprache zur internationalen Verständigung und für Verträge, ungefähr vergleichbar mit Englisch heute. Also ist Latein sehr hilfreich, um die Wurzeln unserer europäischen Kultur zu verstehen. Du wirst später sicher Menschen aus ganz anderen Kulturen kennenlernen und dann ist es gut, zu wissen, worauf die eigene Gesellschaft gründet.

Übrigens vereinfacht es auch das Lernen anderer moderner Fremdsprachen, wenn du Latein kannst. Italienisch, Spanisch und Französisch gründen auf dem Lateinischen; und auch der englische Wortschatz hat zu 60% lateinische Wurzeln (weil französisch sprechende Normannen im Mittelalter England erobert haben).

Für eine ganze Reihe von Studiengängen braucht man ein Latinum als Voraussetzung, so z.B. für ein Englischstudium, für Französisch, Spanisch oder Italienisch, ebenso für Geschichte oder Theologie. Das lässt sich natürlich auch an der Universität nachholen, aber es ist praktisch, wenn man es schon hat.

Ach ja: Lateinlernen macht auch Spaß! Es wird allein, zu zweit oder in Gruppen gelernt, es gibt Latein-Seiten im Internet und Computer-Lernprogramme, es wird gerätselt, gezeichnet, mit Würfeln in Gruppen konjugiert und dekliniert, im Kopf-Hand-Wettstreit werden spielerisch Vokabeln und Stammformen trainiert. Vielleicht hast du ja am Tag der Offenen Tür schon einmal das Delta-Spiel ausprobiert oder dir das „Spactaculum Latinum“ der Jahrgangsstufe 6 angeschaut?

latein_tag_der_offenen_tr

Festlegungen der Fachgruppe

Die Fachgruppe Latein orientiert sich an den Zielsetzungen des Erwerbs der unterschiedlichen Kompetenzen, wie sie im Kerncurriculum dargelegt werden: Sprach-, Text- und Kulturkompetenz. Das Lehrwerk „Cursus“ Ausgabe A trägt diesen Zielsetzungen mit seinem Doppelseitenprinzip Rechnung. Neben dem Textbuch arbeiten die Lernenden mit der selbst erklärenden Schülergrammatik und Kopien aus dem Arbeitsbuch. Darüber hinaus bietet das Lehrwerk eine Vielzahl abgestimmter Materialien zur Vertiefung und Übung an.
Für die unterrichtliche Arbeit der jeweiligen Jahrgangsstufen sieht die Fachgruppe pro Schuljahr in der Regel 10 Lektionen als Pensum vor. Selbstverständlich ist in den verschiedenen Lernphasen (Spracherwerbsphase beginnend in Jahrgang 6 und abschließend in Jahrgang 9 sowie der sich anschließenden Lektürephase) mit unterschiedlichen Schwerpunkten der Kompetenzbereiche zu rechnen.
Vorgesehen sind regelmäßige Tests, die angekündigt werden. Bei einer Lektion werden 12 Vokabeln, bei einer Kombination einer alten und neuen Lektion 24 Vokabeln abgefragt, für die ein zwei Drittel Maßstab für das Erreichen eines „ausreichend“ zugrundegelegt wird. Die Tests gehen mit max. 20% in die Bewertung der mündlichen Mitarbeitsnote ein. Die schriftlichen und mündlichen Leistungen fließen zu gleichen Anteilen mit 50% in die Zensurenfindung ein.

Die Anzahl der Klassenarbeiten ergibt sich aus der gesetzten Wochenstundenzahl:

Jahrgang Anzahl und Art der Klassenarbeiten Dauer der Klassenarbeiten
6 5 45 – max. 60 min
7 5 60 min
8 5 60 min
9 4 60 – 90 min
10 4 90 min

In den Jahrgängen 8-10 kann nach Ermessen der Lehrkraft eine leistungsdifferente Klassenarbeit geschrieben werden, d.h. eine Arbeit, die den unterschiedlichen Niveaus der Lerngruppe Rechnung trägt.

Die von der Fachschaft beschlossenen Arbeitspläne basieren auf den im Kerncurriculum vorgegebenen Kompetenzbereichen und können unter folgenden Links eingesehen werden:
Arbeitsplan für Jahrgang 6
Arbeitsplan für Jahrgang 7
Arbeitsplan für Jahrgang 8
Arbeitsplan für Jahrgang 9

Die besonderen Aktivitäten des Faches bestehen sowohl aus Fahrten zu folgenden archäologischen Fundstätten bzw. Ausstellungen:
• Varusschlacht Kalkriese
• Sonderausstellung „HighTech Römer“
• „Roms letzter Feldzug“, Schlacht am Harzhorn in Braunschweig
als auch aus „Spectaculum Latinum“ (kurzen Theatervorstellungen der Jahrgangsstufe 6) am Tag der Offenen Tür.

2015_hightechrmer
Von der Sonderausstellung „HighTech Römer“ im Landesmuseum Hannover (26. Oktober 2014 – 12. April 2015) berichtet ein Schüler im Folgenden:

„Am Donnerstag, d. 26.02.2015 haben wir mit unserem Lateinkurs unter der Leitung von Frau Kuhn-Elskamp und der Begleitung von Herrn Scheffel die HighTech Römer Ausstellung besucht. Da wir uns im Rahmen einer Führung durch eine Museumspädagogin vorab für den Workshop „Römischer Kochkurs“ entschieden hatten, begannen wir mit dem Kochkurs, in dem wir römische Grießknödel (lateinisch: Globi), die wir mit Mohn und Honig überzogen, zubereiteten. Wir haben auch eine römische Knoblauchkäsepastete (lateinisch: Moretum) mit Sellerie, Knoblauch und verschiedenen Gewürzen hergestellt. Natürlich haben wir es uns gutgehen lassen und die leckeren Speisen anschließend verzehrt. (Unsere Empfehlung: Probiert die Rezepte einmal selbst aus:Rezepte für römische Speisen
Im Anschluss an den Kochkurs wurden wir durch die Ausstellung geführt. Wir konnten uns zu verschiedenen Themen wie Wasserversorgung, Architektur/Städtebau, Maschinen, Schiffs-/Brückenbau und Reisen informieren und haben die Ergebnisse im Gespräch mit der Museumspädagogin zusammengetragen. Das Interessante war, dass wir an den vielfältigen Stationen ausprobieren konnten, wie die Römer z.B. Brücken bauten, Gewichte hoben, Sklaven auf einer Galeere unter einem Kommando ruderten, die Wasserversorgung gestalteten etc. An den Stationen hingen stets Informationstafeln auf Deutsch, Englisch und Latein.
Mir und wahrscheinlich auch allen anderen hat dieser Ausflug sehr gefallen!“

Eindrücke vom Kochkurs:
2015_rmerausstellung1 2015_rmerausstellung2 2015_rmerausstellung5 2015_rmerausstellung6

Ausflug zur Varusschlacht

Ich habe mich gefreut, dass es in Latein auch ein gutes Ausflugsziel gibt. Bisher hat Latein nicht so viele Ausflüge gemacht. Doch dann ist unser Lateinkurs am 14.06.2016 zusammen mit Frau Kuhn-Elskamp und Herrn Kaminski  in den Reisebus gestiegen und losgefahren, nach Kalkriese.

In Kalkriese gibt es den „Kalkrieser Park & Museum“, dort findet man ein Museum in einer großen Parkanlage. Im Museum kann man Ausgrabungsstücke bewundern. Davon sind zwar nicht alle echt, aber es sind  gute Repliken. Es ist trotzdem sehr cool anzusehen, wie die Ausgrabungsobjekte trotz der langen Zeit so gut erhalten und zu erkennen waren.

Im Park, der übrigens der reale Ort der Varusschlacht ist, gab es viel zu entdecken. Die Varusschlacht ist eine der bekanntesten Schlachten der Römer.  Allerdings wurden sie hier von den Germanen unter Führung von Arminius im Jahre 9 n. Chr. geschlagen. In einer Schlachtnachstellung wurde das Beschreiben und Erklären der Varusschlacht in die Wirklichkeit umgesetzt. Man konnte sich sowohl in die Rolle der Römer, als auch in die Rolle der Germanen versetzen.

Am Ende unseres Besuchs konnten wir im Shop noch ein Andenken kaufen, danach stiegen wir in den Reisebus und fuhren zurück zur Schule. Meine Meinung ist, dass es sehr schön ist, dass Latein endlich Ausflüge macht. Mir hat dieser Ausflug sehr gut gefallen, da wir viel erfahren haben, was ich vorher noch gar nicht über die Römer wusste.

Text: F. Reiffen, 8d