Werte und Normen

1. Fachschaft
Das Fach Werte und Normen wird am Gymnasium Isernhagen von Frau Bilet, Frau Dirscherl, Frau Hebler, Frau Neiro, Frau Richter, Herrn Christiansen und Herrn Meinshausen unterrichtet.

2. Das Fach Werte und Normen
Der Bildungsbeitrag des Faches Werte und Normen:
Das Unterrichtsfach Werte und Normen leistet einen wichtigen Beitrag, um den Ansprüchen gerecht zu werden, die der § 2 des Niedersächsischen Schulgesetzes formuliert. Dem dort verankerten Ziel, „[…] die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegungen“ weiterzuentwickeln, trägt das Fach Werte und Normen in besonderem Maße Rechnung (KC 2018, S. 5).

Womit befasst sich das Fach Werte und Normen?
Das Fach Werte und Normen wird besonders durch den Sachverhalt geprägt, dass es auf Voraussetzungen bei Schülerinnen und Schülern trifft, wie Wert- und Verhaltensmuster, religiöse und/oder weltanschauliche Prägungen, Moralvorstellungen etc., die teils noch offen, häufig jedoch bereits tief in ihrer Persönlichkeit verankert sind. Auf diese reagiert das Unterrichtsfach verstehend und verstehend-machend.  Der Werte-und-Normen-Unterricht bezieht sich dabei auf altersgerecht adäquate Problemstellungen und Fragen der Philosophie, Religions- und Gesellschaftswissenschaften (→ Bezugswissenschaften) und soll den Schülerinnen und Schülern verschiedene inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen vermitteln. Der Unterricht ist an keine Weltanschauung oder Religion gebunden und stellt eine gleichwertige Alternative zum Religionsunterricht dar.

Was soll ich tun?
Diese Frage steht häufig im Mittelpunkt des Werte-und-Normen-Unterrichts. Zur Beantwortung dieser alltäglichen Frage werden den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Positionen und Wertevorstellungen vermittelt, um im Alltag ethische Handlungsmöglichkeiten an die Hand zu bekommen.

Anliegen des Faches Werte und Normen:

Unsere Schülerinnen und Schüler lernen im Fach Werte und Normen die Grundwerte und Wertvorstellungen unserer Gesellschaft kennen.Vor dem Hintergrund einer neutralen Auseinandersetzung mit religionskundlichen, philosophischen und ethischen Fragestellungen bietet der Unterricht in Werte und Normen eine Orientierungshilfe. Die Inhalte beziehen sich in besonderer Weise auf die Schülerinnen und Schüler selbst und knüpfen an ihre Lebenswelt an. Diese Alltagsnähe ist das wesentliche Merkmal des Faches Werte und Normen.

Besondere Aktivitäten im Fach Werte und Normen
Jährlich einmal veranstaltet die Fachgruppe gemeinsam mit der Fachgruppe Religion einen Projekttag für den neunten Jahrgang. Exkursionen und Expertengespräche sind Teil des Unterrichts.

3.) Unterrichtsinhalte
Sek I: Inhaltsbezogene Kompetenzbereiche

5.1 Fragen nach Moral und Ethik:

Regeln für das Zusammenleben

5.2 Fragen nach dem Ich:

Ich und meine Beziehungen

6.1 Fragen nach der Zukunft:

Glück und Lebensgestaltung

6.2 Fragen nach der

Wirklichkeit:

Leben in Vielfalt

6.3 Fragen nach Orientierungs-

möglichkeiten:

Aspekte von Religionen und Weltanschauungen

7.1 Fragen nach dem Ich:

Das Ich und seine sozialen Rollen

7.2 Fragen nach Moral und Ethik:

Liebe und Sexualität

7.3  Fragen nach

Orientierungs-

möglichkeiten:

Leben in religiös und weltanschaulich geprägten Kulturen

8.1 Fragen nach der Zukunft:

Konstruktiver Umgang mit Krisen

8.2 Fragen nach der Wirklichkeit:

Menschenrechte und Menschenwürde

9.1 Fragen nach der Zukunft:

Verantwortung für Natur und Umwelt

9.2 Fragen nach Moral und Ethik:

Ethische Grundlagen für Konfliktlösungen

10.1 Fragen nach dem Ich:

Entwicklung und Gestaltung von Identität

10.2 Fragen nach der Wirklichkeit:

Wahrheit und Wirklichkeit

10.3 Fragen nach Orientierungs-

möglichkeiten:

Deutungsmöglichkeiten und -grenzen von Religionen und Weltanschauungen

Sek II : Inhaltsbezogene Kompetenzbereiche

Halbjahr / Semester Rahmenthema Pflichtmodul Wahlmodul
11.1 Individuum und Gesellschaft Recht und Gerechtigkeit Modelle staatlicher Gemeinschaft
11.2 Religionen und Weltanschauungen Bedeutung und Funktionen von Religionen und Weltanschauungen Gesellschaftliche Aspekte von Religionen und Weltanschauungen
12.1 Anthropologie Spezifische Dimensionen des Menschseins Menschenbilder in den Wissenschaften
12.2 Ethik Normative Ethik Ethik in Medizin und Wissenschaft
13.1 Wahrheit und Wirklichkeit Wahrheitsansprüche Wahrheit und Wirklichkeit in den Medien
13.2 Lebensentwürfe Sinn, Glück und Lebenserfahrungen Bildung, Arbeit und Beruf

Schulinterne Lehrpläne:
Sek. I
SekII.

4.) Unterrichtsbeispiele:
Sek I:
Kindgerechtes Alltagsdilemma: EIN EIS UM JEDEN PREIS?
 Der zehnjährige Daniel ist mit seinen beiden jüngeren Schwestern, zwei Cousinen und drei Kindern aus der Nachbarschaft, die ebenfalls jünger sind als er, im Schwimmbad. Am Nachmittag kommen seine Eltern dazu, um selbst noch eine Runde zu schwimmen und dann alle Kinder nach Hause zu fahren. Daniel bettelt um eine Eis. „Gleiches Recht für alle“, sagt der Vater, „wenn es Eis gibt, dann muss jeder eines bekommen. Wir sind zehn Personen; da darf sich jeder ein Eis für 1€ aussuchen – sonst wird mir das zu teuer.“

Daniel ist mit seinen zehn Jahren das einzige unter den Kindern, das bereits regelmäßig Taschengeld bekommt, und darauf ist er sehr stolz. „Für einen Euro bekommt man doch nur eine winzige Eiskugel“, überlegt er laut, „ich lege von meinem Taschengeld etwas drauf und dann kaufe ich mir ein großes Eis mit Schokosplittern!“ „Gleiches Recht für alle, hatte ich gesagt“, wiederholt der Vater, „wenn du auf deinem Schokosplitter-Eis beharrst, kannst du es auf dem Parkplatz draußen allein essen, denn auf die neidischen Blicke der anderen können wir verzichten!“ „Aber er will es doch von seinem Taschengeld bezahlen …“, versucht die Mutter einzulenken. Doch sein Vater bleibt unerbittlich: „Entweder – oder!“
Was würdest du an Daniels Stelle tun?

Sek II:
1.Was können wir wissen? (Erkenntnistheorie)
2.Was dürfen wir hoffen? (Metaphysik)
3.Was sollen wir tun? (Ethik)
4.Was ist der Mensch? (Anthropologie)

5.) Anzahl der Klassenarbeiten und Leistungsbewertung

Sek I 1 Klassenarbeit pro Halbjahr Leistungsbewertung:

Für die Gewichtung von schriftlicher Leistung und sonstiger Mitarbeit gilt folgender Fachkonferenzbeschluss:
70/ 30 ( sonstige Mitarbeit/schriftl. in %)

Sek II 1 Klausur pro Halbjahr 60/ 40 ( sonstige Mitarbeit/schriftl. in %)

 

Werte und Normen findet als zweistündiges Fach nur im grundlegenden Anforderungsniveau statt und kann in der Oberstufe nicht als Prüfungsfach im Abitur gewählt werden. Im Unterricht wird hinsichtlich der Oberstufe eine „wissenschaftspropädeutisch orientierte Grundbildung“ angestrebt. Das bedeutet, Interesse und Spaß an (philosophischer, sozial- oder religionswissenschaftlicher) Lektüre sollte vorhanden sein, um die jeweiligen Positionen zu erfassen. Wir schreiben eine Klassenarbeit pro Halbjahr, die sich im Aufbau an drei Anforderungsbereichen orientiert (I: „Wiedergeben und Beschreiben“, II: „Anwenden und Strukturieren“, III: „Transferieren und verknüpfen“).

Die mündliche Mitarbeit umfasst bspw. Beiträge im Unterricht, Unterrichtsdokumentationen, Präsentationen, Darstellung der Ergebnisse von Partner- oder Gruppenarbeiten und Langzeitaufgaben.

6.) Lehrwerke:
In den Jahrgängen 5-10 verwenden wir das Buch „Lebenswert“ vom C.C. Buchner Verlag: Band 1 (Jg. 5-6), Band 2 (Jg. 7-8) und Band 3 (Jg. 9-10) vom C.C. Buchner Verlag. In der Oberstufe werden Materialien individuell vom unterrichtenden Kollegen zusammengestellt.

7.) Anmeldung
Die Erziehungsberechtigten entscheiden über die Teilnahme am Religionsunterricht oder am Fach Werte und Normen. Soll ein Kind nicht am Religionsunterricht seiner Religionsgemeinschaft teilnehmen, so ist eine schriftliche Abmeldung vom Religionsunterricht erforderlich. In diesem Fall ist die Teilnahme am Werte-und-Normen-Unterricht verpflichtend. Ab dem 14. Lebensjahr und der damit verbundenen Religionsmündigkeit können die Schülerinnen und Schüler selbst über ihre Teilnahme am Religions- oder Werte-und-Normen-Unterricht entscheiden.

Text: A. Neiro