
Vom 16. bis 20. Februar 2026 begrüßte das Gymnasium Isernhagen zwei Gäste aus dem Baltikum: Herrn Petraitis und Frau Petraitiene vom Gymnasium in Domeikava, einem Vorort von Litauens zweitgrößter Stadt Kaunas. Im Rahmen der ErasmusPlus-Akkreditierung ihrer Schule nutzten sie die Gelegenheit, eine Woche lang das Gymnasium Isernhagen kennenzulernen – ein Format, das als „Job Shadowing“ bezeichnet wird.
Die beiden Gäste aus Litauen verbrachten eine intensive Woche an unserer Schule, die in Größe und Lage im „Speckgürtel“ einer Stadt gut mit ihrer eigenen Schule vergleichbar ist. Ihr Ziel: ein umfassendes Bild vom Schulalltag in Deutschland zu gewinnen. Dazu besuchten sie nicht nur Unterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen und Fächern, sondern nahmen auch an einer Dienstbesprechung des Kollegiums teil, wo sie sich und ihre Schule vorstellten.
Ein Schwerpunkt ihres Besuchs lag auf dem „Bring your own Device“ (BYOD)-Konzept des Gymnasiums Isernhagen. Als Englischlehrer und stellvertretender Schulleiter interessierte sich Herr Petraitis besonders für die Strukturen der Schulleitung und Aufgaben der Schulleitung. Frau Petraitiene, die in Litauen Deutsch unterrichtet, das dort als zweite Fremdsprache gut vertreten ist, nutzte die Gelegenheit, um Einblicke in den Deutschunterricht am Gymnasium Isernhagen zu gewinnen. Beide besuchten jedoch auch Stunden in vielen anderen Fächern, um ein möglichst breites Bild zu erhalten. So diskutierten sie mit dem Geschichtsleistungskurs von Frau Perret über das litauische Selbstverständnis. In der 5D zeigten sie im Erdkundeunterricht von Frau Martin ihre mitgebrachten Euromünzen und unterhielten sich über die Bedeutung Europas mit den Schülerinnen und Schülern.
In zahlreichen Gesprächen mit Schüler*innen und Lehrkräften wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem litauischen und deutschen Schulsystem thematisiert. Dabei zeigte sich: Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen gibt es viele Parallelen – sei es in der Herangehensweise an den Unterricht oder der Bedeutung von internationaler Zusammenarbeit. Nur eine Besonderheit des Gymnasiums Domeikava findet keine Parallele in Isernhagen: die „ethnic culture“-Stunden in den Jahrgängen 5-7, in denen sich die Schülerinnen mit litauischen Traditionen von Holzschnitzen bis Volkstanz beschäftigen. Sie sind am ehesten mit dem Fach Heimatkunde zu vergleichen, das es in Niedersachsen früher einmal gab.
„Es war faszinierend zu sehen, wie ähnlich die Organisation, die Herausforderungen und die Ziele in unseren Schulen sind“, zog Herr Petraitis sein Fazit. „Die Offenheit und Neugier der Schüler*innen haben uns besonders beeindruckt.“
Das ErasmusPlus-Programm der Europäischen Union ermöglicht solche Begegnungen und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Schulen in Europa. Für das Gymnasium Isernhagen war der Besuch eine wertvolle Gelegenheit, internationale Kontakte zu knüpfen.
Text: I. Perret
Foto: Arissa, Jg. 12

