Studienfahrt Physik nach Ostfriesland

Perret    20. Oktober 2025

Schon am Freitag, 3.10., startete das Seminarfach von Herrn Weigt in Begleitung von Frau Perret nach Ostfriesland – genauer gesagt, auf den Hof Apfelherz in Ostochtersum, wo wir eine ganze Woche verbrachten. 

Nach anfänglichen Problemen mit dem Strom und einem erbitterten Kampf gegen Stechmücken hatten wir eine warme, kuschlige Behausung, die das Physik-Seminarfach näher zusammen brachte. Mit einer Scheune voller Spielzeuge und einer Sitzecke im Haus, bestückt mit gemütlichen Sofas, gab es für uns viele Gründe, Hof Apfelherz als zweites Zuhause anzusehen, in dem wir uns nach jedem Ausflug entspannt erholen konnten.

Am Samstag fuhren wir über die Grenze in die Niederlande nach Winschoten, wo wir eine liebevoll hergerichtete Dampfmaschine von 1895 im Museum Stoomgemaal besichtigen konnten. Einer der dort tätigen Mechaniker nahm sich die Zeit, uns alles rund um die nach wie vor funktionierende Maschine zu erläutern, mit der eine Archimedes-Schraube zur Wasserbeförderung auf höher gelegene Ebenen betrieben wird. 

Im nahegelegenen Heiligerlee besuchten wir am Nachmittag das Glockengießermuseum. Dort wurde uns von einem ehemaligen Glockengießer gezeigt wie, Kirchenglocken oder Glockenspiele gefertigt werden. Es gibt dort auch eine Glockenausstellung und wir durften einige der zum Teil wirklich riesigen Exemplare anschlagen. Ein Highlight zum Schluss war, live beim Gießen einer kleinen Glocke zusehen zu dürfen.

Die für Sonntag geplante Besichtigung eines Windrades einschließlich Aufstieg in die Gondel musste aufgrund des ersten Herbststurmes in diesem Jahr leider entfallen. Unsere Bustour durch den Wilhelmshavener Tiefwasser-Containerhafen (Jade-Weser-Port), den Marinehafen und zum LNG-Terminal fand trotz des Herbstwetters statt. Wir dürften eine der letzten Touren gewesen sein, die in den Marinehafen einfahren durften, weil dieser demnächst aus Sicherheitsgründen für Besucher geschlossen werden wird.

Am Montag haben wir das EEZ (Energie Erlebnis Zentrum des Landes Niedersachsen und der Firma enercon) in Aurich besucht – einen silbern glänzenden Rundbau, der um die Gondel eines Windrades herum gebaut wurde. Dort haben wir uns dann den Experimenten, die abiturrelevant sein könnten, gewidmet. Darunter das Michelson-Interferometer, das Geiger-Müller-Zählrohr und die Elektronenbeugungsröhre. Um jedes Experiment zu untersuchen, durchzuführen und mit den Ergebnissen zu arbeiten, haben wir uns in Gruppen zu zweit oder zu dritt zusammengefunden. Nach zwanzig Minuten wurde das Experiment im Uhrzeigersinn gewechselt. Zum Mittag gab es dann im EEZ Burger mit Pommes und nach dieser kurzen Stärkung gab es dann noch eine Besprechung mit Herrn Weigt über die Experimente. Der Rest des Tages stand uns frei zu Verfügung.

Am Dienstag waren wir in der Ausstellung “Dem Himmel so nah. Wolken in der Kunst” in der Kunsthalle Emden. Einige besuchten dann noch das Teemuseum in Norden und wurden dort von einer älteren Dame in die Besonderheiten der osfriesischen Teezermonie eingeführt: “Jeder Gast hat das Recht auf drei Tassen Tee – alles andere ist ein Affront.” So, wie übrigens “Moin” die einzig akzeptable osfriesische Begrüßung ist – “moin, moin” sagen nur Hamburger zur Begrüßung. Ostfries*innen sagen damit “ja, ja – schön, schön; hör auf zu reden”.

In Norddeich haben wir am Mittwoch die Seehundaufzuchtstation besucht. Hier erfuhren wir viel über die Aufzucht und Pflege von verwaisten Heulern. Die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten war, insbesondere während der Fütterung, sehr interessant. Im Anschluss daran nahmen wir an einer Wattwanderung teil. Dabei erklärte uns ein Wattführer die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Wattenmeeres. So haben wir zum Beispiel Muscheln, Krebse, Wattwürmer aber leider auch einen toten Heuler gefunden. Außerdem lernten wir, wie wichtig der Erhalt dieses Ökosystems ist.

Am letzten Tag unserer Kursfahrt haben wir das Marinemuseum in Wilhelmshaven besucht. Bevor wir jedoch ins Museum gegangen sind, haben wir an einer Hafenrundfahrt des Museums teilgenommen, die uns über die Entstehung des Hafens und seine Bedeutung während des Krieges informierte. Anschließend konnten wir uns im Museum die Sonderausstellung über die letzte Fahrt des U-Boots UC 71 ansehen. Die Hauptausstellung handelte hauptsächlich vom Aufbau der Kaiserlichen Marine im 19. Jahrhundert, der Reichs- und Kriegsmarine während der Weltkriege sowie der Deutschen Marine heute. Im Außenbereich des Museums konnten wir mehrere ausgemusterte Schiffe besichtigen, darunter waren ein U-Boot, ein Schnellboot, ein Minenjagdboot und einen Lenkwaffenzerstörer.

Am Freitag ging es dann nach dem Haus-Aufräumen zurück in die Heimt und in die Herbstferien.

Text: Noam, Max, Ole, Felix, Mattis, I. Perret

Fotos: I. Perret