
Am Montag ging es für uns los. Wir, das Seminarfach Geschichte mit Frau Perret und Frau Weissleder, sind mit dem Zug von Hannover nach Nürnberg gefahren und ausnahmsweise pünktlich angekommen. Nachdem wir unsere Koffer mühsam durch die ganze Altstadt den Berg hochziehen mussten, konnte es endlich losgehen. Als Erstes statteten wir der Kaiserburg einen Besuch ab, worauf ein interessanter Stadtrundgang zum mittelalterlichen Nürnberg folgte. Nürnberg war selbstständig, wohlhabend und sehr selbstbewusst, das wurde uns deutlich. Untergebracht waren wir in der Jugendherberge in der Kaiserburg mit Blick über die Stadt…
Am nächsten Tag haben wir den historischen Kunstbunker besucht. In diesem Felsenkeller, der bis unter die Burg reicht, wurden während des Zweiten Weltkriegs die Nürnberger Kunstschätze versteckt: Glasfenster, Heiligenfiguren und die Kaiserkrone, der Reichsapfel und das kaiserliche Schwert aus Edelmetall mit vielen Edelsteinen. In der Ausstellung dort erfährt man viel über die Stadt, die im Januar 1945 heftig zerbombt wurde – die Schätze unter der Erde haben alles unversehrt überstanden. Nachmittags sind wir nach Fürth gefahren, wo wir eine Führung zum jüdischen Leben in Fürth mitgemacht haben. Den Abend haben wir gemeinsam verbracht.
Am Mittwoch folgte dann der spannendste Teil der Kursfahrt. Wir haben das Reichsparteitagsgelände besucht, was gleichzeitig sehr interessant, aber auch sehr bedrückend war, wenn man bedenkt, dass auf dem Reichsparteitagsgelände sehr viele NS-Propagandaveranstaltungen stattfanden und dass dort auch Kriegsgefangenenlager eingerichtet waren, in denen die osteuropäischen Gefangenen sehr schlecht behandelt wurden. Nachmittags waren wir im Nürnberger Gerichtsgebäude, wo die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse stattfanden, über die dort in einer Ausstellung informiert wird.
Um nach den bedrückenden Eindrücken des vorherigen Tages wieder auf andere Gedanken zu kommen, haben wir uns am Donnerstag das Germanische Nationalmuseum angeschaut, wo wir uns vor allem mit dem Bild der Deutschen von ihrer Nation im 19. Jahrhundert und dann mit unseren Lieblingsstücken aus dem Mittelalter beschäftigt haben. Jeder hat sich eines ausgesucht und dann den anderen vorgestellt. Den Nachmittag konnten wir zu unserer freien Verfügung nutzen, wo wir die Innenstadt nochmal ganz neu erkunden konnten. Für den letzten Abend unserer letzten Kursfahrt waren wir alle zusammen unterwegs.
Verfasserinnen: Emma G., I. Perret, Greta W.
Fotos: I. Perret


